Mittwoch, 12. September 2012

Lichtblicke


Bald ist die Nacht vorüber, und der Tag bricht an. 
Deshalb wollen wir uns von den finsteren Taten
der Nacht trennen und uns stattdessen mit den
Waffen des Lichts rüsten.
                                                                                                  Römer 13, 12

Manchmal würde ich am liebsten einfach aussteigen aus diesem Trauerzug, der sich Gesellschaft nennt. Irgendwo im Wald ein friedliches kleines Dorf gründen, mit Holzhütten und Feuerstellen, starken Män-
nern, die Wildschweine jagen und Kindern, die im Wald umher tollen und Beeren sammeln.
Weg von Leistungsdruck und Stress dieser Zeit, Kriminalität und immer skrupelloser werdenden Men-
schen, die Kinder missbrauchen und Bomben in Millionenstädten zünden, einer Gesellschaft, in der jeder zum Einzelkämpfer wird und gleichgültig seine eigenen Ziele verfolgt, ohne dabei nach links und rechts zu sehen oder dem anderen auch nur ein kleines Stück vom Glück zu gönnen, Menschen, die immer anony-
mere Masken aufsetzen und stumm mit dem Strom schwimmen, anstatt ihre Meinung einzubringen und eine Persönlichkeit zu bilden, Jugendlichen, die immer früher zu Alkohol und Drogen greifen, um diese Welt zu ertragen und ohne Ziele und Träume vor ihren Computern und Konsolen dahinvegetieren, einer Generation, die geprägt ist von Selbsthass und Selbstverletzung, sich zu Tode hungernden Mädchen und sich krankhaft fettfressenden Konsumopfern, einer Welt, in der die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden.
Leider würde ich im Wald wahrscheinlich keine zwei Wochen überleben und spätestens im Winter jämmer-
lich erfrieren und allgemein muss es doch eine bessere Möglichkeit geben, mit dieser Gesellschaft umzu-
gehen, als sich vor ihr zu verstecken. Denn auch in dieser Welt geschehen gute Dinge, gibt es Lichtblicke, kleine Gesten, einzelne Menschen, die einen Unterschied machen.

" Unsere Welt braucht Menschen.
Menschen, die Mut haben.
Menschen, die träumen.
Menschen, die Ziele haben.
Menschen, die sich begeistern lassen.
Menschen, deren Freude ansteckend ist.
Menschen, die heute aufwachen mit
dem tiefen Wunsch, etwas zu verändern
und der Welt ein bisschen Hoffnung geben.
Habe ich heute den Mut, ein solcher Mensch zu sein?"
                                                                                                                                     Die Losungen für junge Leute 1012 (20.02.) 

Denn es ist möglich, etwas zu verändern. Mit Vergebung statt Rache, Liebe statt Hass, Demut statt Über-
heblichkeit, Lächeln statt gleichgültigen Gesichtszügen, aufmuntern statt entmutigen, Einladung statt Ablehnung.
Damit lassen sich keine Kriege verhindern und Straftäter aufhalten, aber manchmal, wenn ich in einem Jugendgottesdienst sitze oder die unglaubliche Gemeinschaft auf einer christlichen Freizeit miterlebe, bei der respektvoll miteinander umgegangen wird und selbst vermeintliche Außenseiter ihren Platz haben, dann macht sich Hoffnung in mir breit. Hoffnung, dass nur einer anfangen und einen Unterschied machen muss, dass man andere anstecken und Menschen verändern kann, dass nach dieser Welt eine bessere kommt, dass wir schon heute einen Funken Licht in diese Dunkelheit bringen können, dass sich irgend-
wann alles zum Guten wendet.


Ich versuche immer von Neuem, ein solcher Mensch zu sein. Was ist mit dir?


Kommentare:

  1. Bilder habe ich viele gemacht :)
    Einige werde ich wohl in ein paar Teilen auf meinem Blog zeigen. Die Busfahrt war okay, gibt eindeutig schlimmeres und solange man irgendwie schlafen kann ist es auch okay. London ist eine wirklich tolle Stadt und ich würde immer wieder hin :)
    Jasmin

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  2. Oh das hast du wirklich wundervoll geschrieben. Bitte höre nicht auf mit dem Bloggen- starke Frauen wie dich braucht man hier. Ich bin ganz begeistert von deinem Blog, dass es Menschen wie dich gibt. Das es Christen gibt, die sich auch Gedanken um ihre Religion machen und tatsächlich mal die Bibel lesen. Das es Menschen gibt, die nicht nur still den Massen hinterherlaufen. Ich fühle mich wahnsinnig mit deinen Gedanken verbunden- obwohl wir verschiedene Religionen haben, spüre ich doch, das wir die selben Ziele haben, an den selben Gott glauben und die selben Hoffnungen haben. Ist das nicht wunderschön?
    Ich wünschte mir, jeder würde so denken wie du: Demut, Liebe, Einladung und ein Lächeln. Aber nicht einmal ein ehrliches Lächeln bekommt man. Zumindest in den seltensten Fällen.... wirklich traurig.

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    1. Danke! Gerade jetzt, in Zeiten, in denen mir der Mut, von dem ich in diesem Post gesprochen habe, oft fehlt, bedeuten mir solche Kommentare wirklich viel.
      Ich freue mich, jemanden gefunden zu haben, der diese Gedanken nachvollziehen kann und beim ersten Überfliegen deines Blogs glaube ich dir gerne, dass es da viele Gemeinsamkeiten zu finden gibt =)

      Vielleicht können wir diesen besagten Anfang machen, uns gegenseitig ermutigen und diese Welt ein bisschen besser machen. Das hört sich wunderbar an.

      Liebste Grüße

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    2. Hallo,

      Ich hoffe dir ist ist nichts Schlimmes zugestoßen.
      Aber der Glaube ist ja auch eine Stütze, ich bin mir sicher das du dort viel Trost und Mut finden wirst. Jedes Ende ist ein Anfang, jede Schwierigkeit gleichzeitig eine Probe und eine Chance auf Veränderung, darauf tiefer zum Glauben zu finden und sich selbst und das Leben und die Religion, und die Anderen besser kennen zulernen. Ein neuer Schritt zur Freiheit, ohne Abhängigkeit und verweilen in alten Mustern.

      Liebe Grüße.

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    3. Vielen Dank für die lieben Worte.
      Leider ist es für mich in letzter Zeit ziemlich schwer, meinen Glauben im
      Alltag zu richtig auszuleben - fehlende Impulse und wenige motivierende
      Menschen.
      Aber ich glaube, dass ich gerade jetzt die Chance habe, mich wieder ganz
      neu damit auseinander zu setzen und zu tiefem Glauben zurück zu finden.

      Liebste Grüße

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  3. Interessanter Ansatz - doch irgendwie stört mich die religiöse Seite daran ...

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    1. Ich habe diese Denkweise erst in christlicher Gemeinschaft kennengelernt und glaube, dass sie dort auch am meisten gelebt wird. Aber ich kenne inzwischen auch viele Atheisten mit einer ähnlichen Einstellung und würde nicht behaupten, dass es unbedingt Religion braucht, um ein "guter Mensch" zu sein.

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