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Dienstag, 11. März 2014

Fisch verliebt - Der Marine Stewardship Council


Vielleicht habt ihr auch gerade das ein oder andere Fischprodukt in eurem Tiefkühlfach und vielleicht achtet ihr wie ich gern auf das MSC-Gütesiegel. Der
"Marine Stewardship Council" verspricht Fisch aus nachhaltiger Fischerei und vollkommene Transparenz. Aber irgendwie hat es mich misstrauisch gemacht, dass so viele Marken das Siegel tragen und die Produkte nicht merklich teurer sind als andere und habe ein bisschen nachgeforscht.

Das Hauptziel der Organisation ist es, unsere Weltmeere vor Überfischung zu schützen. Und das ist wirklich nötig, denn heute ist etwa ein Viertel der weltweiten Fischbestände überfischt oder erschöpft, in Europa sind es sogar 75 % [1], [2]. Deswegen zertifiziert der MSC ausgewählte Fischereien, die regelmäßig von Exper- ten auf nachhaltigen Fischfang geprüft werden. Am meisten hat mich beeindruckt, dass man den Trans- portweg des gekauften Fisches angeblich bis ins Detail nachvollziehen und auf der Website erfahren kann, wann, wo und von wem der Fisch gefangen, umgelagert und verpackt wurde.
Mein erster Weg führte mich also auf die Internetseite der Organisation. Diese erschien mir auf den ersten Blick nicht allzu übersichtlich, das Werbevideo mit emotionaler Musik, wenigen Informationen und schwammigen Formulierungen wirkte auf mich nicht sehr objektiv und von Fanginformationen über den Fisch in meinen Knuspertaschen war keine Spur. Außerdem hatte ich einen Videobeitrag von Frontal 21 gesehen, in dem kritisiert wurde, dass der MSC hauptsächlich kommerzielle Absichten hätte und auch bedrohte Fischarten zertifizieren würde. Enttäuscht verfasste ich eine E-Mail, um der Organisation meine Kritik und Fragen mitzuteilen. Die erwartete automatische Antwort mit kurzem Verweis auf die Website erhielt ich nicht, stattdessen nach einigen Wochen eine sechsseitige, persönliche und genau auf meine Fragen zugeschnittene E-Mail einer freundlichen Mitarbeiterin. Damit hatte ich nicht gerechnet. 

Es wird darin erklärt, dass nur der MSC vollständige Einsicht in die Fanginformationen hat und es aufgrund der Datenmengen noch nicht möglich ist, diese einfach per Trackingcode für den Verbaucher zugänglich zu machen. Mit etwas Geduld kann man aber über Hersteller, Fischart und Fischerei doch an einige Informationen gelangen. Der Anbieter ist in jedem Fall nicht verpflichtet, alle Angaben auf der Verpackung abzudrucken. Ich selbst habe auf dem Stempel manchmal nur das grobe Fanggebiet, manchmal aber auch ausführliche Informationen zum Fangschiff oder Anlandehafen gefunden. Falls nur die Nummer des FAO-Fanggebietes (FAO = Welternährungsorganisation) angegeben ist, wurde ich auf die Website "Fischbestände online" verwiesen. Vielen Aussagen im oben erwähnten Video von Frontal 21 wurde ausdrücklich widersprochen und es wird auch auf der Website immer wieder betont, dass der MSC bereits viele positive Entwicklungen bewirkt hat. Ob die Richtlinien der Organisation nun ausreichend streng sind kann ich als Laie natürlich schlecht beurteilen.

Fazit: Wie immer heißt die Devise: selbst Gedanken machen, sich eine Meinung bilden und nicht blind Organisationen oder Werbung vertrauen. Im Hinblick auf die katastrophalen Zustände in der Massentier- haltung ist Seefisch für mich eine gute Alternative und ich halte es für sinnvoll, als Käufer zumindest den Willen zur Verbesserung zu unterstützen. Ich werde weiterhin eher Fisch mit als ohne MSC-Siegel kaufen. Uns sollte nur bewusst sein, dass wir damit höchstens der Überfischung entgegen wirken, nicht jedoch dem Einsatz bestimmter Fangmethoden (Problem Grundschleppnetze), dem hohen Beifang bedrohter Meeres- lebewesen und der Zerstörung von Biotopen.

Natürlich ist ein Blogartikel mal wieder viel zu kurz um alle wichtigen Informationen unterzubringen. Bei weiterem Interesse empfehle ich die FAQ und den Artikel zur Glaubwürdigkeit der MSC-Website und würde mich über Fragen und Meinungen freuen =)


Quellen: 
[4] persönliche E-Mail von Katharina Bunk

Sonntag, 19. Januar 2014

Wir haben es satt!


Als einer von 30.000 Menschen habe ich gestern in Berlin gegen die Agrarindustrie in Deutschland protestiert. Ich habe erlebt, dass dort nicht Hippies und naive Mädchen, denen die süßen Tiere leid tun, auf die Straße gehen, sondern Bauern, die um ihre Existenz kämpfen, weil sie mit den von der Regierung geförderten Massenzuchten nicht mithalten können und junge wie alte Menschen mit begründeter Angst um ihre Gesundheit, die die aktuellen Entwicklungen einfach satt haben.


Kritisiert wurden beispielsweise:
- der exzessive Einsatz von Antibiotika und Hormonen in der
  Massentierhaltung, der auch für Mensch und Umwelt schwer-
  wiegende Folgen hat
- das transatlantische Freihandelsabkommen "TTIP" zwischen der
  EU und den USA, wodurch Gentechnik und  der Privatisierung von
  Allgemeingut die Tür geöffnet wird
- der geplante Neubau von zahlreichen Agrarfabriken
- das sogenannte Landgrabbing, wodurch Bauern in Entwicklungs-
  ländern das letzte Stück Anbaufläche genommen wird, um Tier-
  futter für Europa herzustellen
- und vieles mehr

 
Ganz nebenbei gab es natürlich tolle neue Bekanntschaften, inspirierende Gespräche und jede Menge Infos. Für die Fahrt nach Berlin wurden in vielen Städten Busse und Mitfahrgelegenheiten angeboten. Für Freiberger Studenten war die Anreise sogar kostenlos =)

2014 waren es schon 10.000 Demonstranten mehr als in den vergangenen Jahren.
Seid ihr beim nächsten mal auch dabei?

Donnerstag, 24. Januar 2013

Umdenken!

Schon wieder? Bin ich denn wirklich ein SO schlechter Mensch?
Die Vegetarier beschimpfen einen als Mörder, die Klimaschützer als Planetenzerstörer, die Gläubigen als gewissenlosen Sünder und alle anderen wollen die Menschheit von Fairtrade-Kleidung, Naturkosmetik oder Ökostrom überzeugen.
Aber stimmt es denn nicht? Ist unsere Gesellschaft nicht wirklich krank und hat jegliches Maß verloren?

Es gibt nicht nur eine Reportage über Massentierhaltung und unseren Umgang mit Nutztieren, die mich zum Weinen gebracht hat. Keine kleinen Tränchen im Augenwinkel, sondern hemmungsloses Schluchzen. Dabei kenne ich die Argumente gegen Vegetarismus, habe sie oft genug selbst angebracht. "Der Mensch ist ein Allesfresser, das ist nur natürlich." Aber nicht so! Mit Schweinen, die auf dem Weg zu ihrer Schlachtung nicht laufen können, weil sie jahrelang nicht genug Platz dafür hatten, Hühnern, die wie Gegenstände in Kisten gezwängt werden, egal ob dabei Beine und Flügel brechen, männlichen Küken, die minutenlang vergast und dann mit Schneeschaufeln von einem auf den nächsten Haufen geworfen werden, nur weil sie mit dem falschen Geschlecht geschlüpft sind, ohne Betäubung kastrierten Ferkeln.
Dagegen hilft keine Politik, keine neuen Gesetze. Wenn massenhaft Menschen massenhaft Fleisch essen wollen, müssen massenhaft Tiere gehalten werden. Eines meiner "101 Dinge in 1001 Tagen" ist, einmal in der Woche ausschließlich vegetarisch zu essen und ich war schockiert, wie schwer mir das fällt! Ich habe vorher wirklich fast jeden Tag Fleisch gegessen - und wenn es nur der Brotbelag oder die Jagdwurst auf meinen Nudeln war.

Und was ist mit der Klimalüge? Übertreibung? Ökogehabe?
Kennt ihr den Film "Home - Die Geschichte einer Reise"? Nachdem ich ihn das erste Mal gesehen hatte, wollte ich mein Studium (Geoökologie) am liebsten an den Nagel hängen. Ich war mir sicher, dass da ohnehin nichts mehr zu retten ist. In einer Vorlesung hört man, dass unsere Erde bereits in den nächsten Generationen kaum noch bewohnbar sein wird und ich überlege, ob ich wirklich Kinder in diese Welt setzen möchte, die all unsere Fehler ausbügeln müssen, während alle anderen munter plaudernd den Hörsaal verlassen.

Jeder Mensch auf dieser Welt hat mehr als genug Sorgen und Probleme. Es wird viel erwartet und nichts geschenkt. Wie oft stößt man schon im eigenen Leben an seine Grenzen und der Kopf droht auch ohne Gedanken an eine verantwortungsvolle Lebensweise zu platzen
Ich glaube wir sollten all den vorwurfsvollen Stimmen um uns herum nicht allzu viel Beachtung schenken, sondern selbst überlegen, wie wir mit den Ressourcen und Lebewesen dieser Welt umgehen wollen, sie bewusst nutzen, die Augen nicht verschließen und jeden Tag auf's Neue umdenken.


Quelle: tumblr



Samstag, 30. Juni 2012

Ferkelprotest - gegen betäubungslose Kastration

Vor einiger Zeit bin ich im Internet auf eine Dokumentation über Massentierhaltung, Überzüchtung und die katastrophalen Bedingungen auf Schlachthöfen in Deutschland gestoßen.
5 Minuten und ich war hemmungslos am heulen. Jedem ist bewusst, dass das Fleisch im Supermarkt nicht von glücklichen Tieren auf Bauerhöfen stammt, aber diese Bilder zu sehen, wie gnadenlos brutal und abgestumpft Menschen mit anderen Lebewesen umgehen, hat mich tagelang beschäftigt.

Diese Aktion vom Deutschen Tierschutzbund hat mich dann wieder an Szenen aus dieser Doku erinnert. Ein Ferkel, dass kopfüber an Eisenstangen festgeschnallt ist, ein Arbeiter, der dem Tier ohne Betäubung den Unterleib aufschneidet, so dass es schreit und sich windet wie am Spieß, ein bisschen Desinfikationsspray und schon ist das nächste Ferkel an der Reihe, während das erste zitternd auf dem Boden steht und ihm das Blut die Beine hinunter rinnt.
Das ist keine Ausnahme! Das geschieht täglich an jedem Masthof in Deutschland, weil das Fleisch keiner mehr kauft, wenn es durch die Ausgaben für Betäubungsmittel einige Cent mehr kostet.




Deswegen wurde eine Protestaktion ins Leben gerufen, bei der ihr nur eure Stimme auf folgender Website abgeben müsst:

Infos vom Deutschen Tierschutzbund:

Um das Entstehen des typischen Ebergeruchs bei Mastschweinen zu verhindern,
werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 20 Millionen männliche Ferkel kastriert.
Ohne Betäubung – bei vollem Bewusstsein, bei vollem Schmerzempfinden.
Dies ist nach dem deutschen Tierschutzgesetz erlaubt.
Mit seiner Kampagne „Ferkelprotest“ fordert der Deutsche Tierschutzbund die
Bundesregierung und vor allem die für Tierschutz zuständige Bundesministerin
Ilse Aigner auf, das Tierschutzgesetz zu ändern und das betäubungslose Kastrieren
von Ferkeln zu verbieten. Seid ihr auch gegen die betäubungslose Kastration von Ferkeln?
Ihr wollt dabei mithelfen, dass unsere Forderung mehr Gewicht bekommt?
Dann beteiligt euch an unserem Protest und informiert Verwandte, Freunde und Bekannte.

Dienstag, 28. Februar 2012

Petition - Stoppt Tierversuche für Kosmetik

Hier eine Sache, die mir wirklich am Herzen liegt.

Zitat:
"Eigentlich sind Tierversuche für Kosmetik oder deren Inhaltsstoffe seit 2009 EU-weit verboten. Aber jetzt droht ein Rückschlag. Wir protestieren gegen einen geplanten Aufschub für importierte Kosmetik und haben deshalb gemeinsam mit unseren Partnern der Europäischen Koalition gegen Tierversuche (European Coalition to End Animal Experiments - ECEAE) eine Unterschriften-Aktion gestartet.
 
Macht mit und unterschreibt online gegen Tierversuche für die Kosmetik!
 
Wir wollen  eine Million Unterschriften in der EU sammeln, um die Tiere in der Forschung zu schützen. Für die Aktion können wir jede Hilfe gebrauchen. Wenn ihr uns unterstützen wollt, erzählt am besten allen Freunden davon, verschickt den Link zur Aktion!

Zusätzlich könnt ihr hier eine Unterschriftenliste herunterladen, ausdrucken und so Stimmen sammeln - schickt die gesammelten Unterschriften dann einfach an den Deutschen Tierschutzbund, Baumschulallee 15, 53115 Bonn."

Ich selbst achte sehr darauf, dass ich Kosmetik kaufe, die nicht an Tieren getestet wurde und finde es wichtig, solche Produkte allgemein zu verbieten. Ich hoffe ihr unterstützt die Aktion mit eurer "Unterschrift".