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Mittwoch, 2. Januar 2013

Corragio di Vivere

Ich will das Leben spüren.
Ich habe Lust auf Abenteuer und verrückte Aktionen, will neue Dinge mit neuen Menschen an neuen Orten ausprobieren. Ich will mitreißende Musik hören, inspirierende Filme sehen, bewegende Bücher lesen. Ich will Freiheit spüren. Ich will laute Konzerte und stille Momente in der Natur erleben, will mich auspowern und an meine Grenzen stoßen.
Ich will jeden Morgen mit der Frage in meinem Kopf aufwachen, ob mein Leben gerade wirklich das ist, was ich möchte, ob es mich glücklich macht und ob ich stolz darauf bin. Ich will Chancen ergreifen und mich nicht vor ihnen verstecken, will Aufgaben anpacken und einen Schritt nach dem anderen erledigen, statt an Herausforderungen kaputt zu gehen. Ich will produktiv sein, statt einfach nur beschäftigt.
Ich will neue Mentalitäten und Lebensansichten kennenlernen. Ich will offen und ohne Vorurteile auf Menschen zugehen und mehr gute als schlechte Worte über andere verlieren. Ich will mehr Zeit mit denen verbringen, die ich wirklich mag und die mich inspirieren. Ich will meiner Familie und meinen Freunden viel öfter zeigen, wie viel sie mir bedeuten.
Ich will negative Dinge und die Vergangenheit akzeptieren und mich nicht von ihnen beherrschen lassen. Ich will schwache Momente zulassen, will Pausen und Momente für mich einplanen, auf meinen Körper und meine Gesundheit achten. Ich will weniger zweifeln, weniger Angst zulassen und nicht mehr so sehr in Selbstmitleid versinken. Ich will loslassen, was mich runter zieht und mich von Dingen trennen, die mir zu viel Zeit, Geld und Lebensmut rauben.
Ich möchte all das immer wieder in die Hände dessen zurück legen, der es mir geschenkt hat, will jeden Tag auf's Neue versuchen, meinen Glauben überzeugend im Alltag zu leben und nicht nur darüber zu sprechen. Ich will immer mehr dazu lernen und den Weg erkennen, den er für mich geplant hat. Ich will seine Liebe weitergeben und  wieder erfahren was es heißt, ihm ganz zu vertrauen.

Ich habe mir keine Gedanken über Vorsätze für's neue Jahr gemacht und sie kam trotzdem, die Motivation, ganz von allein. Und ich habe ihn gefunden - DEN Blog, der genau diese Einstellung widerspiegelt und es schafft, mir mit jedem Post neuen Mut zu machen. Ich bin schon im Oktober durch meine "101 Dinge in 1001 Tagen" und die "50 Questions That Will Free Your Mind" darauf gestoßen, aber erst jetzt dazu gekommen, ihn mir genauer anzusehen und sehr begeistert. Natürlich darf man keinem Ratgeber blind folgen und ohne eine gewisse Skepsis begegnen, und doch findet man hier so viele mitreißende, herausfordernde, teilweise Überwindung kostende Ratschläge wie kaum sonst irgendwo. Und dass er in englischer Sprache geschrieben ist tut meiner Begeisterung ausnahmsweise keinen Abbruch.



Viel Spaß beim Stöbern, ich würde mich freuen,
wenn ihr euch etwas Zeit dafür nehmt und
eure Meinung mit mir teilt. 

 *****

Habt ihr schon meine Umfrage in der Sidebar entdeckt? Ich möchte es gerne vermeiden, unnötig viele Möglichkeiten anzubieten, meinem Blog zu folgen und deswegen lasse ich einfach denen die Wahl, die es am Ende betrifft: Euch ;) Falls ich einen Dienst vergessen habe, schreibt es mir einfach in die Kommentare! 

 *****

Edit: Und gerade, wenn man so motiviert ist und Lust auf's Leben hat, kommt die Horrornachricht von einer Freundin. Warum ist diese Welt oft so ungerecht? Aber vielleicht ist es auch einfach eine Gelegenheit, all diese Vorsätze sofort umzusetzen...


Freitag, 21. September 2012

Du bist das womit alles begann


Über die Musik von Madsen lässt sich streiten.
Heute halte ich auch keine zwei Lieder in Folge mehr aus,
aber es gab eine Zeit, in der mich die Texte dieser
Band einfach sehr angesprochen haben. 


Weil die Welt sich so schnell dreht,
weil die Zeit so schnell vergeht,
kommst du nicht hinterher.
Weil die Hektik sich nicht legt,
du in der Masse untergehst,
bist du ein Tropfen im Meer.

Doch du lebst länger als ein Leben lang,
du bist das womit alles begann.

Denn du schreibst Geschichte,
mit jedem Schritt,
mit jedem Wort setzt du Sie fort.
Du schreibst Geschichte,
an jedem Tag,
denn jetzt und hier
bist du ein Teil von ihr.

Weil ein Monster vor dir steht
und dir bedrohlich in die Augen sieht,
bist du lieber still.
Weil jeder dir erzählt,
wer du bist und was dir fehlt,
vergisst du was du sagen willst.

Doch du lebst länger als ein Leben lang,
du bist das womit alles begann.

Denn du schreibst Geschichte,
mit jedem Schritt,
mit jedem Wort setzt du Sie fort.
Du schreibst Geschichte,
an jedem Tag,
denn jetzt und hier
bist du ein Teil von ihr.
Weil du nur ein mal lebst,
willst du, dass sich was bewegt,
bevor du gehst
...bevor du gehst...

Du lebst länger als ein Leben lang,
du bist das womit alles begann.

Denn du schreibst Geschichte,
mit jedem Schritt,
mit jedem Wort setzt du Sie fort.
Du schreibst Geschichte,
an jedem Tag,
denn jetzt und hier
bist du ein Teil von ihr.


Ist es nicht irgendwie seltsam zu wissen, dass jeder deiner Gedanken, jedes Wort, jedes unbe-
dachte Handeln die Zukunft verändert? Dass dich die Folgen deines Tuns teilweise überleben?
Und sollten wir nicht viel öfter darüber nachdenken, wie wir das beeinflussen können?
Wie veränderst du die Welt? Positiv? Negativ? (Garnicht? - Geht nicht!)
Was soll auf dieser Erde zurückbleiben, wenn du irgendwann gehst? 

Lasst uns Geschichte schreiben!




PS: Ich hab heut endlich meine zehnte und damit letzte Prüfung für dieses Semester geschrieben. Geschaaaaafft =)

Donnerstag, 30. August 2012

The Road Not Taken


Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference. 

                                                           Robert Frost


Dieses Gedicht war das erste Stück englischsprachige Lyrik, das mich so sehr begeistert hat, dass ich mich näher damit beschäftigen wollte. Ich war damals in der 10. Klasse und habe es sogar in ein Schulprojekt eingebaut. Heute ist es aktuell wie nie, denn Robert Frost greift hier genau die Gedanken auf, die mich zur Zeit beschäftigen.
Ich bin ein junger Mensch im 21. Jahrhundert. Viele würden sagen: Mir steht die Welt offen.
Aber will ich das überhaupt? Will ich wie so viele für längere Zeit ins Ausland, mich ausprobieren, fremde Länder entdecken, ein "Aussteigers" sein? Immerhin leben wir nur ein einziges Mal in dieser Welt, für begrenzte Zeit. Was ist, wenn mich am Ende meines Lebens jemand fragt: "Du hättest gerne einmal Indien gesehen, für ein paar Wochen in einem Kloster gelebt, Menschen in armen Ländern geholfen und die großen Städte Amerikas besichtigt? Wieso hast du es nicht getan? Es gab so vieles zu entdecken. Du hättest einen Weg gefunden!" Wenn mir Menschen von ihren Erfahrungen und außergewöhnlichen Erleb-
nissen am anderen Ende der Welt erzählen, dann packt mich ein unglaubliches Fernweh, sodass ich am liebsten sofort den nächsten Flug ins Ungewissen nehmen würde.

Und dann bin ich plötzlich wieder der Vernunftmensch. Unser gemeinsames Leben auf dieser Erde funktioniert nur, wenn wir uns in die Gesellschaft eingliedern. Es kann nicht jeder einfach aussteigen. Ich bin ein absoluter Familienmensch und träume von einer glücklichen kleinen Familie im selbstgebauten Heim mit Garten, in dem wir große Familienfeiern veranstalten. Das erreicht man nicht, wenn man seine Zeit vertrödelt, sein Studium unterbricht und den Partner allein zu Hause sitzen lässt. Welcher Missionar in Afrika hat die Chance auf eine eigene Familie in sicheren Verhältnissen? Wenn man die große Welt gesehen, einmal Blut geleckt hat, ist man doch nie wieder zufrieden mit seinem bürgerlichen Kleinstadt-
leben. Viel zu viele scheitern an ihren Plänen und kehren nach wenigen Wochen kleinlaut zurück, während andere eine Ausbildung begonnen und ihr Leben auf die Reihe bekommen haben.
Vielleicht ist es einfach die Angst, später zu bereuen, dass ich meine jungen Jahre nicht besser genutzt habe. Es setzt mich unglaublich unter Druck, dass alle Welt vom älter werden spricht und davon, dass man die Jugend genießen muss, bevor es "zu spät" ist.
Schließlich muss man die Zeit auskosten, in der man ungebunden ist, denn sobald man zwischen Familie und Beruf festsitzt wird es schwierig, Platz für solche Abenteuer zu finden und je weiter man so etwas vor sich her schiebt, desto unwahrscheinlicher wird es, dass man seine Träume umsetzt.

Beruhigt haben mich vor kurzem die Gedanken meines Freundes zu diesem Thema, der meinte, dass wir doch jetzt garnicht genug Geld haben (von Work & Travel bin ich nämlich auch nicht so begeistert und allein mit dem Rucksack zu reisen ist als Frau auch nicht gerade empfehlenswert) und dass all die Weltumrunder doch erst als Rentner mit ihren Reisen beginnen. Und eigentlich finde ich auch die Idee garnicht so schlecht, meine Midlife Crisis später mit einer Kreuzfahrt oder einem Abenteuerurlaub in den Anden zu besiegen, wenn "die Kinder aus dem Haus sind", man genug Geld angespart hat und mit seinen Träumen nicht den Eltern auf der Tasche sitzt.
Im Grunde habe ich garnicht das Bedürfnis, mein jetziges Leben zurück zu lassen. Viel zu sehr freue ich mich auf die anstehende Geburt eines neuen Familienmitgliedes, ich genieße jede Minute mit meinem Partner, will für meine Großeltern da sein und noch so viele ihrer Geschichten festhalten, bevor sie für immer in Vergessenheit geraten und ich freue mich sogar richtig auf das neue Semester mit tollen Menschen und einem Studiengang, der mich meinem Traumberuf näher bringt. Denn vielleicht ist ja die Umweltforschung mein Beitrag, die Welt zu verändern.


"The Road Not Taken" wurde vor ein paar Jahren sogar in einer Fernsehwerbung umgesetzt und ich finde diese Interpretation sehr gelungen, auch wenn der Anfang etwas nüchtern wirkt. (Am besten auf den "Youtube-Button" drücken, hier werden die Videos manchmal nur bis zur Hälfte geladen.)



Auf dass wir lernen, dass man für neue Erfahrungen manchmal ein Stück Sicherheit abgeben muss und die richtige Zeit zum Welterobern erkennen, ohne dabei unsere Wurzeln vergessen.


(Langer Post über ein Thema, das mir viel zu wichtig ist um irgend einen Gedanken kürzer zu fassen. Unglaublich, dass du bis hier hin gelesen hast, danke ;) )

Donnerstag, 23. August 2012

Traumhaus

Nach einer Übernachtung mit meinem Freund im Bungalow meiner Großeltern bin ich mir sicher: Ich will später ein Schlafzimmer mit direktem Ausgang in den Garten! Gibt es einen besseren Start in den Tag, als von den Sonnenstrahlen, die durch die bodentiefen Fenster fallen, geweckt zu werden und sofort die Natur vor Augen zu haben, die früh am Morgen so unberührt und friedlich wirkt, noch halb verschlafen die Tür zu öffnen und die kühle Luft eines frischen Tages einzuatmen, barfuß durch den taunassen Rasen zu laufen, ein paar Früchte aus eigenem Anbau zu naschen, die Sonne im Gesicht zu genießen und sich auf den neuen Tag zu freuen - vielleicht steht ja auch schon eine Tasse mit frisch gekochtem Kaffee auf der Terasse..? (Wohl eher nicht, ich bin bei uns der Frühaufsteher ;D)

Ich liebe solche Träumereien. Mein späteres Traumhaus habe ich mir schon mehrfach zusammen gesponnen, immer wieder umgeräumt, alles über den Haufen geworfen oder neue Ideen eingebracht. Wahrscheinlich lässt es sich architektonisch garnicht verwirklichen und für all die tollen Wohntipps aus Zeitschriften, Blogs und Bildern ist in keinem Haus der Welt Platz, aber da ich sowieso ein Sammelmensch bin und Ideen keinen Platz wegnehmen kann man ja schonmal darüber nachdenken ;)

Ein kleiner Garten ist Pflicht, am besten mit ein paar Obstbäumen und kleinen Beeten, oder zumindest ein paar Töpfe mit Gemüse- und Kräuter-
pflanzen auf der Terrasse - so viel Arbeit soll es ja auch nicht machen ;D. Über die Terrasse gelangt man direkt in die Küche, damit wir Geschirr und Essen nicht so weit tragen müssen, wenn wir im Sommer draußen essen wollen. Für die Kinder sind Spiel- und Fußballplatz hoffentlich in der Nähe, sonst muss dafür im Garten auch noch Platz geschaffen werden. 

Meine Vorstellung von der Inneneinrichtung schwankt von futuristisch-minimalistisch bis hin zu urig-gemütlich. Jedenfalls würde ich morden für diese Fensterniesche, obwohl neue Häuser wohl kaum so dicke Wände haben =/


Meine Träume vom eigenen Haus erinnern mich gerade an eines meiner allerliebsten Kinderbücher - "Lustige Geschichten" von Wladimir G. Sutejew, in dem in einer der Erzählungen ein Mädchen ein Haus für ihre Katze zeichnet und versucht, deren Anforderungen gerecht  zu werden. Bessere Bilder folgen, wenn ich das Buch vom Dachboden gekramt habe. Das wird auf jeden Fall meine nächste Lektüre.. Ich habe es geliebt!


Ich habe sogar einmal mitgezeichnet. So sah das Haus am Ende aus:

 

In meinem Blog werden in nächster Zeit jedenfalls auch einige Wohn- und Dekoideen auftauchen (damit ich mich später auch noch daran erinnern kann) und sicher auch eine Geschichte aus diesem wunderwunder-
schönen Kinderbuch ;)


Donnerstag, 28. Juni 2012

One Day

Als ich mich vor der Flowerpower-Party mit ein paar Freundinnen getroffen habe, spielte pausenlos dieses Lied von Wankelmut. Es hat einfach gute Laune gemacht, wir konnten wild durchs Zimmer tanzen und versuchen den Text mitzusingen, den ich garnicht richtig verstanden hatte. 
Als ich mir diesen gerade durchgelesen habe, ist mir bewusst geworden, dass er garnicht so fröhlich ist und in Kombination mit dem folgenden Video hat mich dieses Lied gerade wirklich zu Tränen gerührt.



No more tears, my heart is dry
I don't laugh and I don't cry
I don't think about you all the time
But when I do I wonder why

You have to go out of my door
And leave just like you did before
I know I said that I was sure
But rich men can't imagine poor.

One day baby, we'll be old
Oh baby, we'll be old
And think of all the stories that we could have told

Little me and little you
Kept doing all the things they do
They never really think it through
Like I can never think you're true

Here I go again the blame
The guilt, the pain, the hurt, the shame
The founding fathers of our plane
That's stuck in heavy clouds of rain.

One day baby, we'll be old
Oh baby, we'll be old
And think of all the stories that we could have told. 


Dieses Lied enthält einfach genau die Gedanken, die mir in letzter Zeit durch den Kopf gehen.
Die Angst davor, als alte Frau auf mein Leben zu blicken und zu merken, dass ich alles hätte anders machen sollen. 
Die spätere Sehnsucht nach der Jugend und der Druck heute, sie richtig zu nutzen.
Und andererseits die Angst, den Partner zu verlieren. 
Denn es ist nicht immer leicht, aber es ist mein festes Ziel, 
später genau mit diesem Menschen auf die Vergangenheit zu blicken. 
Am meisten gefallen mir wohl die Zeilen:

I know I said that I was sure
But rich men can't imagine poor.

Denn oft wissen wir erst zu schätzen was wir hatten, 
wenn wir es verloren haben und uns ist meistens 
garnicht bewusst, wie reich wir eigentlich sind.

In diesem Sinn ein Aufruf an alle, die ähnlich denken:
Zeigt den Menschen, die ihr liebt viel öfter, was sie euch bedeuten und werft Freundschaften und Beziehungen nicht einfach hin. 
Über die eigene Jugend nicht zu viel nachdenken. Denn gerade Spontanität und Ungezwungenheit machen diese ja aus. Es gibt immer ein "hätte" und "wäre", aber egal welchen Weg wir gehen, geben wir damit einige Träume auf, um andere zu erfüllen. Und manchmal muss man eben auch über Umwege zum Ziel kommen.


Eines Tages Baby, werden wir alt sein
Oh Baby, wir werden alt sein
Und denke an all die Geschichten, die wir hätten erzählen können

Donnerstag, 14. Juni 2012

Sackgasse



Habt ihr auch manchmal Angst, in eurem Leben irgendwann an so einer Stelle anzukommen? Angst davor, dass ihr euch beim großen Wettrennen des Lebens voller Hektik und Alltagsstress irgendwann umschaut und merkt, dass ihr in eine Sackgasse geraten seid?

Wir leben in einer Zeit, in der die junge Generation vor allem eines prägt: 
Zukunftsangst, die Angst davor, am Leben zu scheitern.
Oder besser: Die Angst vor Imperfektion.
Denn schon als Kind wird einem beigebracht, dass es nicht reicht, gut zu sein. Nur wenn du der Beste bist und aus der Masse hervor stichst, wirst du es zu etwas bringen. Wenn du dich mit dem zweitbesten zufrieden gibst, überholen dich die anderen.

Ein langjähriger Lebenspartner? Unvorstellbar! Es könnte doch sein, dass es jemanden gibt, der noch besser zu einem passt, besser aussieht und allgemein könnte man ja was verpassen - also am besten alle 2 Jahre wechseln!
Neuster Trend: Patchwork-Karrieren. Heute zählt keine langjährige Berufserfahrung mehr, sondern ein möglichst abwechslungsreicher Lebenslauf.

Wir haben im 21. Jahrhundert so viel Freiheit wie nie. Es steht uns frei, unseren Lebenslauf komplett selbst zu gestalten. Unendliche Entfaltungsmöglichkeiten. Doch gerade diese Freiheit stellt viele vor eine große Herausforderung. Fange ich das richtige mit meinem Leben an? Wie wäre es gelaufen, wenn ich eine andere Richtung eingeschlagen hätte?

Ich glaube wir müssen lernen, zwar einen Plan für's Leben aufzustellen, aber dann den Dingen öfter ihren Lauf zu lassen. Und wenn etwas schief geht, ist es doch meistens besser, erst einmal zu reparieren, als gleich nach Neuem zu greifen. Denn Beständigkeit wird heute viel zu sehr unterschätzt und es fällt schwer zu begreifen, dass das Bild vom perfekten Job, dem perfekten Partner und dem perfekten Leben eine Illusion ist. Irgendwann kommt die Routine. Und ich sehe es eher als Aufgabe, diesen Alltag immer wieder zu etwas Besonderem zu machen, als dem Nervenkitzel des Neuen nachzulaufen und nie irgendwo anzukommen.
Und trotzdem sind ab und zu Aufmerksamkeit und Selbstkritik gefragt, um solche Warnhinweise zum Umkehren nicht nur im Straßenverkehr wahrzunehmen.

"Viele Menschen versäumen 
das kleine Glück, 
während sie auf das große 
vergebens warten."
                                                     Pearl S. Buck