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Dienstag, 6. November 2012

Konfrontationskomplexe

Es ist ein Uhr nachts. Mit meinem Wohnungs- schlüssel in der Hand stehe ich in der Küche und zögere...
Wie stellt ihr euch das Leben in einem Studenten- wohnheim vor? Viele junge Leute unter einem Dach, immer jemand da, mit dem man die Lieblingsserie gucken oder von dem man sich alle vorstellbaren Dinge leihen kann. Es wird nie langweilig und bei diesem feierlustigen Menschenschlag auch ab und zu ein bisschen lauter.

Klingt eigentlich ganz lustig - bis man nach einem anstrengenden Tag hellwach im Bett liegt und seit drei Stunden kein Auge zu bekommt (obwohl man am nächsten Morgen um 6 Uhr aufstehen müsste), weil einem der Bass von Nachbars Partymusik die Ohren massiert. Wie kann sich ein Student ein solches Soundsystem leisten? Und wozu gibt es nochmal den mietbaren Clubraum mit Terasse im Erdgeschoss?
Und von Minute zu Minute wird aus mir verständnisvollen Menschen, der weiß, dass er auch anstrengend sein kann und gern mal ein Auge zudrückt (schön wär's) eine bis in die letzte Zelle gereizte Furie. Wut!
Wenn man die halbe Nacht lückenlos alle Partyhits samt Gegröhle der Gäste durchlitten hat und sämtliche Ignorierungsversuche (wo sind Ohrstöpsel, wenn man sie braucht?), gegen die Wand klopfen und aus dem Fenster rufen erfolglos waren, gelangt auch meine Geduld an ihre Grenzen. So fühlt es sich also an, wenn das eigene Bett mitten auf der Tanzfläche einer riesigen Diskothek steht.

Aber was tun? Rüber gehen und den Leuten die Meinung sagen? Ich? Das schwache, hilflose Mädchen mit zerzausten Haaren, in Hausschuhen und Schlafklamotten? Nichts als Gelächter und blöde Sprüche würde ich ernten. Aber wer außer mir? Alle anderen Hausbewohner schlafen, durch Flure oder mich von der Lärmquelle getrennt, sicher seit Stunden seelenruhig in ihren beneidenswert ruhigen Zimmern. Zu allem Überfluss ist die Veranstalterin eine Asiatin. Vielleicht versteht mich gar keiner oder die Männer sind betrunken und schreien mich an?
Und plötzlich stehe ich im Gang, klingle Sturm, klopfe gleichzeitig so fest ich kann gegen die Tür und verkünde mit fester Stimme meine vorbereitete Moralpredigt, nachdem sich diese endlich öffnet. Kein Lachen, nicht einmal ein Schmunzeln - stattdessen überraschte, kleinlaute Gesichter - und Stille!
Ein bisschen stolz und ein bisschen verschämt stapfe ich zurück in meine Wohnung. Einer ganzen Gruppe von Studenten die Party versauen, nur damit ich meine Ruhe habe? Wie spießig! Vor lauter Adrenalin kann ich ohnehin nicht sofort einschlafen, doch als aus der Folterkammer der letzten Stunden wieder mein gemütliches, ruhiges Zimmer wird, bin ich mir in einem sicher:

Man muss sich auch nicht alles gefallen lassen.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Leicht verschätzt

Ein Mädchen in meinem Sportkurs. Sie hat den Armumfang einer 10-jährigen, bei geschlossenen Füßen einige Zentimeter Abstand zwischen den Oberschenkeln, die Knochen sind umgeben von Muskeln statt auch nur einem Gramm Fett. Sofort blitzen Begriffe in meinem Kopf auf. "Essstörungen. Magersucht. Wieso machst du auch noch Sport und isst nicht einfach mal was?" Noch letzte Woche hatte ich A. hinter vorgehaltener Hand auf sie aufmerksam gemacht, sie immer wieder kritisch beobachtet. Heute ist A. krank. Heute steht das Mädchen neben mir. Heute spricht sie mich an. Ob ich mal Leichtathletik gemacht hätte, ich sähe so aus. Verdutzt erkläre ich ihr, dass ich zwar gerne Sport mache, aber nichts spezielles. Und vor allem keine Leichtathletik! Sie lächelt und berichtet, dass auch sie verschiedene Sportarten betreibt. Und mir fällt nichts besseres ein als zu antworten: "Ja, du siehst auch aus, als würdest du viel Sport machen." Geht es unsensibler? Es war auf ihr Durchhaltevermögen, ihre Muskeln bezogen, als Kompliment gemeint. Wie muss sie es aufgefasst haben? Es bleibt keine Zeit, etwas hinzuzu-fügen. Hanteln holen! 
Beim Umziehen versuche ich, ein Gespräch zu beginnen, ihr zu zeigen, dass mein Kommentar nicht böse gemeint war. Und sie haut mich komplett um. Sie erzählt von ihrem Studium, ihrem Engagement, ihrem Verlangen, etwas zu bewegen. Behauptet mit voller Überzeugung, dass man alles erreichen kann, als ich Zweifel über meine Berufschancen durchblicken lasse. Ich bin selten einem Menschen mit so viel Lebensmut, Kraft und Freude im Herzen begegnet. Wie hatte ich sie ihrem Aussehen nach eingeschätzt? Schwächlich, unsicher, zurückhaltend? Und schon bin ich zu einer Wanderung und einem ihrer Vorträge eingeladen. Als ich ihr auf dem Heimweg hinterher sehe, dreht sie sich um, lächelt, fragt, wie ich eigentlich heiße. "Ich bin Mandy." ruft sie mir zu und lässt mich allein auf dem schwach beleuchteten Fußweg zurück. Ein wenig verwirrt von ihrer etwas aufdringlichen Einladung und doch fasziniert vom Wesen dieses Menschen.

Samstag, 29. September 2012

Praha - Praque - Prag


Wie angekündigt habe ich die letzten drei Tage in der wunderschönen tschechischen Hauptstadt verbracht und falls ihr irgendwann einmal das Gleiche vor habt, kommt hier ein kleiner Reisebericht mit Tipps und Erfahrungen. Wenn ihr vielleicht schon öfter da wart und euch besser auskennt, freue ich mich über Er-
gänzungen. (Sorry Leute, das nächste Mal halte ich mich kürzer. Versprochen!)

Anreise
Da wir leider beide kein eigenes Auto besitzen, näherten wir uns Prag auf Schienen. Die Deutsche Bahn bietet im Europa-Spezial ein Dresden-Prag-Ticket für 19 € an (auch von anderen deutschen Städten aus, Preis variiert natürlich). Aber Achtung! Das Ticket muss spätestens 3 Tage zuvor im Internet gebucht werden und ist nur per Post erhältlich. Diese Frist hatten wir natürlich leider verpasst und mussten statt-
dessen für die gleiche Strecke über 30 € blechen. Falls auch für euch kein Sparticket in Frage kommt, auf keinen Fall gleich die Rückfahrt mitbuchen! Zugfahren ist in Tschechien um einiges billiger und so haben wir für die Heimreise im gleichen Zug nur noch 23 € bezahlt. Deutsche Bahn! Mehr sag ich dazu nicht. 
Dabei bin ich das erste Mal in einem Zug mit richtigen kleinen Abteilen gefahren. Süß!
Toilette lieber im Bahnhof benutzen. Mein Schuh ist im Zug am Boden festgeklebt!! -.-

Unterkunft
Lieber einen Stern mehr buchen als in Deutschland oder im Süden gewohnt. Man kann natürlich auch Glück haben aber gerade in Tschechien würde ich lieber auf Nummer sicher gehen. (Kein Vorurteil! Ich wohne fast an der Grenze und es ist dort eben schon ein bisschen dreckiger und der Standard - aber auch
die Preise - etwas niedriger).
Wir haben uns das Hotel Augustus et Otto für 30 € pro Nacht (+Frühstück) ausgesucht (kann leider nur mit Kreditkarte gebucht werden). Es liegt etwa eine halbe Stunde Fußweg von der Altstadt entfernt auf der westlichen Seite der Moldau. Mit der Sauberkeit und vor allem dem Personal war ich sehr zufrieden, das Essen war absolut in Ordnung, wenn auch keine kulinarische Höchstleistung ;).



Sightseeing
Um euch nicht mit noch mehr Text zu quälen und da Bilder mehr sagen als 1000 Worte..
Hier die wichtigsten Schnappschüsse. Natürlich gibt es noch eine Menge anderer toller Sehenswürdigkeiten. =)
(Leider muss man für eine Fotoerlaubnis oft bezahlen oder es war komplett verboten. Deswegen manchmal nur leicht verwackelte Eindrücke ohne Blitz ;) )



Teynkirche

Pulverturm

Nikolauskirche

Auf der Karlsbrücke
Hintergrund: Prager Burg und St.-Veits-Dom

Kirche St. Nikolaus
 


Kirche St. Nikolaus

Blick von der Prager Burg

Goldenes Gässchen

Irgendeine wunderschöne Kirche (es gibt über 60) mit einem
laut schnarchenden Mann auf einer der Bänke

Zeremonienhalle Judenstadt

Alter jüdischer Friedhof

Spanische Synagoge

 Springbrunnen vorm Nationalmuseum

Nationalmuseum


 St.-Veits-Dom
(unglaublich beeindruckend!)


Shopping
Schon im Vorfeld habe ich im Internet fleißig nach tschechischen Eigenmarken und Geschäften recher-
chiert, damit man am Ende kein Urlaubsmitbringsel kauft, das man auch in Deutschland hätte bekommen können. Leider ist Kleidung in Tschechien relativ teuer, da fast alles importiert wird und viele Prager fahren zum Shoppen sogar nach Dresden!
Einige Läden, die es meiner Meinung nach in Deutschland nicht gibt sind zum Beispiel Bata (Schuhe), Sephora (Make-up) oder F&F (Kleidung).

Diese und noch viele mehr findet man im Palladium! Einem für meine Verhältnisse riesigem Einkaufszentrum mit fünf Etagen und quer durch das Gebäude verlaufenden Rolltreppen.


Palladium

Konkurrenzkampf? ;)
(Gleich daneben gab es noch Nordsee, Sushibar, Sandwiches,...)

Richtig schöner Möbelladen

 
Ich überlege schon länger, welches Souvenir es von jeder Stadt als eigene Ausführung gibt, damit man diese sammeln kann und nicht aus jedem Urlaub etwas anderes mitbringt. Zuerst dachte ich an kleine Figuren von Sehenswürdigkeiten, aber die sehen leider oft wie Spielzeug aus oder sind richtig teuer. Schnapsgläser will ich irgendwie einfach nicht sammeln und so haben wir uns vorläufig auf Kühlschrankmagneten geeinigt, auch wenn ich damit noch nicht 100%ig zufrieden bin. ;) Habt ihr vielleicht eine Idee für uns? Als Kind habe ich ja Kugelschreiber gesammelt und wenn ich heute auf einer Messe oder in Geschäften an welchen vorbei laufe, greife ich immernoch zu.. Aber das sind wohl auch nicht die tollsten Souvenirs^^



*** 

Im Goldenen Gässchen führt in einem der Häuschen eine Treppe in einen langen Gang, in dem alte Rüs-
tungen und Waffen ausgestellt werden. Ganz am linken Ende gibt es einen kleinen Laden, in dem Schmuck aus Leder verkauft wird. Genau mein Fall =) Mein Freund ist eine Tür vorher, in einem Geschäft für Waf-
fennachbildungen hängen geblieben.



*** 
 
Da durch die unerwartet billigere Rückfahrt am Bahnhof plötzlich noch einige Kronen übrig blieben, die es nicht Wert waren, umgetauscht zu werden, durften spontan ein Haarband und dieser kleine Schmuckstän-
der von Claire's mit nach Hause. Noch vor kurzem habe ich einen "Do it yourself" - Tipp dazu entdeckt, aber ich glaube so gefällt er mir besser =)



*** 
An jeder Ecke süße kleine Buchläden




Party
Hardrock Café
Wahrscheinlich in jeder Großstadt einen Besuch wert. Auch in Prag gab es einige wertvolle originale Gitarren und Albumcover zu bewun-
dern. Ich hätte so gerne ein cooles T-Shirt mitgenommen, war von der Auswahl und der Qualität für Frauen aber leider nicht sonderlich begeistert.

Karlovy lázně
Die größte Diskothek Mitteleuropas, 5 Floors und dafür gerade einmal 6 € Eintritt. Leider haben wir einen Besuch zeitlich und vor allem körperlich nicht geschafft (von morgens um 11 bis nachts durch eine Stadt laufen ist unglaublich anstrengend! Mir haben meine Füße selbst nach stundenlangen Wanderungen noch nie so weh getan^^)

Essen
Da wir arme Studenten sind, haben wir uns größtenteils von Burgern und sonstigem Fast Food ernährt. Der letzte Abend sollte dann aber etwas besonderes sein und da mein Freund schon immer einmal indisches Essen ausprobieren wollten, fiel unsere Wahl auf "Chanchala" im Palladium. Ein Sondermenü namens "The Way of India" wurde extra für Neulinge zusammengestellt, die verschiedene Speisen für nicht allzu viel Geld ausprobieren wollen. Und so saßen wir in den unglaublich bequemen Sesseln und ließen uns fünf Gänge sehr gut gekochte indische Kost servieren. Trotz, dass es wirklich lecker war, musste ich feststellen, dass mein Magen wohl nicht sonderlich begeistert von den fremden Gewürzen ist, aber ich kam zum Glück mit etwas Unwohlsein davon. Jedenfalls war es unglaub-
lich viel und wir waren nicht wenig überrascht, als der Kellner uns (schon pappsatt) nach dem dritten Gang mitteilte, er würde jetzt die Hauptspeise bringen.



Sonstiges
Während der Prüfungszeit sind die Medien ja mal komplett an mir vorbei gegangen. In ganz Tschechien durfte wegen einigen Todesfällen durch gepanschten Alkohol für knapp zwei Wochen kein Tropfen Schnaps verkauft werden! Das ist mir erst so richtig bewusst geworden, als ich mir im Hard Rock Café gerade einen leckeren Cocktail aussuchen wollte und der Kellner mich darauf hinwieß, dass nur Wein und Bier zur Auswahl stehen. Ich meine im Hard Rock Café ist Bier sowieso eher angebracht, aber ich glaube in Deutsch-
land hätte ein solches Verbot in schweren Randalen geendet. Ab Donnerstag wurde die Prohibition aber anscheinend schon wieder gelockert. 

***

Zum Geldtauschen am besten an eine deutsche Bank in Tschechien wenden. Die günstigsten Kurse haben wir in der Reifeisenbank (gibt's an jeder Ecke) und bei einem Juwelier in der Judenstadt gefunden.

*** 

Wie wurde diese Wäsche aufgehängt?


Soo, Respekt an alle, die bis hierhin durchgehalten haben ;)
Ein etwas längerer Post, der euch hoffentlich einen kleinen Eindruck vermitteln konnte.


Erstes und letztes Foto: Beliebte Postkartenmotive (nicht selbst gemacht ;))


Tollste Woche ever:
Montag: Neues Familienmitglied
Dienstag: 3-Jähriges
Mittwoch-Freitag: Prag
Samstag: Das erste mal mein neues kleines Patenkind (*so sehr freu*) im Arm gehabt
Sonntag: Erntedankfest und tolle Wanderung mit der Familie

*Angebermodus aus* Das musste unbedingt noch festgehalten werden ;)

Montag, 24. September 2012

Kastanien im Kerzenschein

Unglaublich Leute, ich werde noch zum absoluten Herbstmenschen!
Ich habe mich wahrscheinlich noch nie so sehr auf diese Zeit gefreut wie in diesem Jahr. Aber seitdem mir gestern beim Früchtesammeln für ein Dekoglas dieser unverwechselbare Herbstduft in die Nase stieg, ist dieser erst so richtig bei mir angekommen. Kennt ihr diese ganz speziellen Gerüche, die jede Jahreszeit mit sich bringt? Am deutlichsten finde ich sie im Frühling, aber "Herbstwanderung im Wald" würde ich mir auch sofort als Parfum zulegen (oder riecht es da eigentlich nur nach faulem Laub und Pilzen? ;D).


Leider ist das Glas viel kleiner, als ich es in Erinnerung hatte und die Kerze sollte eine andere Farben haben. Aber was soll's.. es ist herbstlich ;D

Habt ihr auch schon eure Herbstdeko ausgepackt?


Freitag, 7. September 2012

Allein mit Gott

Ich sitze am Computer. Seitdem ich heute morgen aufgestanden bin. Skripte lesen, Klausuren der letzten Jahre durchrechnen, Tutorien nachholen, Kommilitonen nach Lösungen fragen. In immer der gleichen ungesunden Haltung, mit immer müder werdenden Augen und schweren Gedanken im Kopf. Jeden Tag an die 14 Stunden lang. Ich bin schockiert, als mir diese Zahl ins Bewusstsein schießt.

Und innerhalb von zehn Minuten stehe ich auf einem Feldweg. Mit leichtem Wind und Sonne im Gesicht. Und ich renne einfach los. Merke, wie ich tiefer atmen muss, spüre meine Muskeln und den unebenen Boden unter den Füßen. Ich laufe der Sonne entgegen, die den Himmel langsam immer rötlicher färbt und Felder und Wiesen in ein leuchtendes Gold taucht. Bis ich irgendwann mitten in einem Maisfeld stehe und Körnchen für Körnchen von einem der Kolben zupfe, während ich zwischen den mich überragenden Pflan-
zen entlanggehe, frische Luft einatme, die Stille genieße. Und als ich auf der einsamen Bank zwischen zwei großen Bäumen mit wunderschönem Ausblick sitze, sind Alltagssorgen und Prüfungsstress aus meinen Gedanken verschwunden. Ich spüre, wie ich vom erwachenden Kreislauf rote Wangen bekomme, fühle mich gesund, frei, glücklich, könnte immer weiter gehen. Bis ich irgendwann Festgeräuschen und Rummel-
lärm wieder näher komme, während ich glatte Kastanien zwischen meinen Händen hin und her gleiten lasse, die Sonne endgültig hinter dem Wald verschwindet und die letzte Wärme des Tages mit sich nimmt.



Es gibt Menschen, die freiwillig in einer Großstadt leben? 


Freitag, 3. August 2012

Missverständnisse

Ich (nach einer kleinen Verletzung im Ohr seit Tagen schreckliche Schmerzen) beim Arzt:
"Ich wollte nur wissen, ob das von allein wieder weg geht, weil ich Sonntag in den Urlaub fahre."
Arzt guckt ins Ohr: "Na da verschreibe ich ihnen lieber mal Antibiotika."
Ich: "Echt?" (Meine Gedanken: Neeeein! Ich kann doch jetz kein Antibiotika einnehmen. Im Urlaub? Und heute Abend wird das Ende der ersten Prüfungsperiode gefeiert!)
Ich: "Hmm.. Dann ist Alkohol heute Abend ne schlechte Idee oder?"
Arzt: "Naja solange sie sich den Alkohol nicht auch ins Ohr tröpfeln sollte das eigentlich kein Problem sein."
xDD
Woher sollte ich denn wissen, dass er Ohrentropfen mit Antibiotika meint?

Das Leben ist viel lustiger, wenn man so peinlich ist wie ich! ;) 


Dienstag, 26. Juni 2012

Tonight We Are Young

Stellt ihr euch auch manchmal vor, wie ihr euren Kindern später von eurer Jugend erzählt?

Wenn ich das tue, dann wünsche ich mir in meinem Leben neben dem stressigen Unialltag manchmal mehr spontane Aktionen und verrückte Abenteuer, diese Freiheit, diesen "Teen-Spirit", den man als Erwachsener so vermisst.
Meine letzte Woche war dann plötzlich vollgepackt von solchen Erlebnissen, die kurz vor den Prüfungen einfach nochmal total gut getan haben und um meinen Blog mal wieder als Tagebuch zu missbrauchen möchte ich sie gerne festhalten, um mich in langweiligen Zeiten daran zu erinnern.

Nach dem Wochenende in Dresden blieb mir nur der Montag zum Durchatmen, denn am Dienstag fand endlich unser Fachschaftsabend statt. Wir Geoökologen gelten an unserer Uni als die ewigen "Außenseiter", weil wir diejenigen sind, die auf der Wiese sitzen und Pflanzen bestimmen, morgens um 6 im Wald stehen und versuchen Vögel am Gesang zu erkennen oder einfach deswegen, weil die Konzentration an Dreadlockträgern und langhaarigen Kerlen bei uns nunmal höher ist als anderswo (Ich sage immer: besser als ein 0815-Studiengang. Wir sind nämlich einfach ein Haufen individueller, verrückter Leute).
Und um's drauf anzulegen, hieß unser Motto natürlich auch noch: Flowerpower!
Eigentlich bin ich ja sogar sehr begeistert von dieser Freiheit und Ungezwungenheit der Hippiebewegung. Wären da nicht die Orgien und Drogenexzesse, würde ich gerne in dieser Zeit leben.
Aber so war es einfach schön, für einen Abend in diese Rolle zu schlüpfen, sich Blümchen ins Haar zu stecken, Seifenblasen durch die Disko zu pusten und sich mit einem Papp-VW-Bus fotografieren zu lassen. So viele bunte Menschen, die Musik und die Blumendeko haben einfach eine unglaubliche, gelassene Stimmung erzeugt, so dass man sich wirklich zeitweise wie eine große Familie gefühlt hat.
Highlight war, dass wir bei den alljährlichen Partyspielen gegen die Uwes (Umweltingenieurwesen) gewonnen haben und so glorreich als Zweitsemestler in die Fachschaft aufgenommen wurden. ;)




Am Mittwoch ging es weiter mit dem Fachschaftabend aller Fakultäten zum Thema "Die goldenen 20er". Buntes Programm, wunderschöne Kostüme, ein kleines Casino und tolle Musik haben trotz beginnender Müdigkeit richtig gute Laune gemacht.
Diese Erschöpfung hat sich dann vor allem am Donnerstag bei der Geburtstaggrillparty einer lieben Bekannten gezeigt, die aber dank der tollen Leute trotzdem viel Spaß gemacht hat.

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Und dann kam das genialste Wochenende seit langem.
Oder was würdet ihr euch darunter vorstellen, wenn euch eine Freundin zum "Kirschen essen" einläd?

Folgendes hat es für mich so besonders gemacht:
- 10 Leute, die auf Judomatten in einer Scheune übernachten
- mitten in der Nacht die Obstbestände eines nicht zu kleinen Grundstücks leer zu essen
- morgens als erste aufzustehen und in Schlafklamotten durch den Garten zu gehen, die ersten Sonnenstrahlen zu genießen, ein paar
   Kirschen zu naschen und sich auf den neuen Tag zu freuen
- im Gras zu sitzen und Blumenketten zu basteln
- das erste Mal in meinem Leben Tandem zu fahren
- eine Fahrradtour zum See mit Radio auf dem Gepäckträger, damit wir mit dem Tandem auch ja auffallen und "Wistle" (Flow Rida)
   mitpfeifen und lauthals "Tonight we are young" mitsingen konnten (ich war schon lange nicht mehr so vollkommen sorgenlos)
- Sonnenbrand holen, Pegelturm besichtigen und erst baden gehen, als es viel zu kalt dafür war
- Julius, der den Mut hatte, sich von zwei Freundinnen die Haare schneiden zu lassen und nach 2 Minuten eine kahle Stelle über dem
   Ohr hatte. (Zum Glück konnte Marinas Mama es richten, auch wenn er mit diesem Schnitt jetzt irgendwie an Marinas Papa erinnert ;) )
- ein riesiges Lagerfeuer mit Gitarre und fießen Mücken
- zwei Geburtstagsüberraschungen jeweils um Mitternacht
- total übermüdet das Völkerschlachtdenkmal zu besteigen
- 3 Tage mit unglaublich tollen Menschen zu verbringen und sie noch näher kennen zu lernen




Herzlichsten Dank für diese geile Zeit!


Leider hat der Schlafentzug bis heute Spuren hinterlassen, aber diese 10 Tage Dauerparty haben mich so richtig für die kommende Prüfungszeit motiviert. Um das alles aufzuholen wird jetzt nämlich jede freie Minute gelernt! ;)



Tonight
We are young
So lets set the world on fire
We can burn brighter
than the sun



Montag, 18. Juni 2012

Juleica-Update

Ja! Ich habe mich entschlossen und war am Wochenende tatsächlich bei einem Kurs zur Verlängerung meiner Jugendleiterkarte in Dresden. Das habe ich auch nicht bereut und ich würde gerne ein paar Dinge mit euch teilen, die bei mir hängen geblieben sind.

Als erstes eine Geschichte, die sicher einige kennen. 
Aber ich finde den Vergleich so gut, 
dass ich sie nochmal in Erinnerung bringen will.


Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

"Sag mal, glaubst Du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der eine Zwilling.
"Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was draußen kommen wird", antwortet der andere.
"Ich glaube, das ist Blödsinn!", sagt der erste. "Es kann kein Leben nach der Geburt geben; wie soll das denn bitteschön aussehen?"
"So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es muß doch mehr als diesen dunklen Ort geben; es muß anderswo etwas geben, wo Licht ist und wo man sich frei bewegen kann. Vielleicht werden wir herum laufen und mit dem Mund essen."
"So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst Du herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz!"
"Doch, es geht ganz bestimmt! Es wird eben alles ein bisschen anders."
"Du spinnst! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von nach der Geburt! Mit der Geburt ist das Leben zu Ende! Punktum."
"Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen."
"Mutter? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"
"Na hier! Überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!"
"Quatsch! Von einer Mutter habe ich nie etwas bemerkt. Also gibt es sie auch nicht!"
"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst Du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt!"

nach Henry Nouwen 
(Leider gibt es die Version, die ich gehört habe nirgends im Internet =/ )

Vor allem diese Dimension, um wie viel also auch unser Leben nach dem Tod das irdische übertreffen soll, hat mich unglaublich beeindruckt. Und dabei lässt sich Gott an solchen menschlich vorstellbaren Relationen bei weitem nicht messen.

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Neben ein paar Impulsen haben wir vor allem eine Menge
über rechtliche Fragen und neue Methoden gelernt. Eine
wie ich finde sehr witzige Möglichkeit für Feedbackrunden
(z.B. nach einer Rüstzeit) sind die Blobs. Jeder soll sich
einen Blob aussuchen, der die aktuelle Stimmungslage am
besten wieder gibt, den bunt anmalen und der Gruppe
erzählen warum er gerade diesen gewählt hat. Das kommt
natürlich am besten bei Kindern an, aber uns hat's auch viel
Spaß gemacht ;)


Ich habe am Sonntag einen der sich umarmenden Blobs
gewählt, weil ich mich in der Gruppe wirklich wohl und
angenommen gefühlt habe, weil ich immer gerne neue
Leute kennen lerne und ich konnte als Feedback
einbringen, dass es am Ende doch von Vorteil war, dass
wir eine relativ kleine Gruppe (9 Leute) waren. Vor allem
meine Zimmergenossin fand ich richtig nett =)
Grüße an Juli, falls du das lesen solltest ;) 




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Zum Abschluss haben wir ein "Spiel" gespielt, das einfach immer wieder gut tut. Dabei bekommt jeder einen 
Zettel auf den Rücken geklebt und die anderen schreiben darauf, was sie an der jeweiligen Person schätzen. 
Danach wird der Zettel abgenommen und weg gepackt und darf erst zu Hause gelesen werden.
Weil ich durch Abitur und Studium oft in meinem Stressalltag gefangen bin und am liebsten jeden Moment 
planen würde, habe ich mir schon länger gewünscht, wieder spontaner zu werden und endlich wieder weniger 
verkrampft zu sein.
Und dann stand auf meinem Zettel doch wirklich: Spontanität.
Ich weiß wirklich nicht, wann ich an diesem Wochenende spontan war und vielleicht ist der Person auch einfach 
nichts besseres eingefallen, aber darüber habe ich mich wirklich gefreut.
Auch z.B. über: 
"deine positive, freundliche Grundhaltung gegenüber anderen"
"ansteckende Fröhlichkeit"
"positive Ausstrahlung" 
Genau die Dinge, auf die ich Wert lege und die ich glaubte, nicht mehr zu besitzen =)
Natürlich ist das Risiko hoch, dass bei diesem Spiel einfach geschmeichelt wird oder man sich gezwungen 
fühlt, sich etwas positives aus den Fingern zu saugen. Aber es baut einen doch immer wieder auf, so etwas zu lesen =)

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an den Gruppenleiter und die tollen Leute für das wunderschöne Wochenende =) 

Donnerstag, 31. Mai 2012

So schön ist Tschechien

Viel zu viele Leute nutzen facebook als Tagebuch, ich eingeschlossen.. Aber manchmal will man seine Gedanken doch einfach teilen, manche Fotos sind viel zu schön, um sie niemandem zu zeigen und manchmal ist eine Sache auch einfach abgeschlossen, wenn man sie öffentlich gemacht hat.
Deswegen funktioniere ich meinen Blog ein bisschen zum Tagebuch um..

Angefangen mit einer Wanderung in der Tschechischen Republik. Es war der Samstag am langen Himmelfahrtswochenende und ich hatte seit Wochen das erste Mal die Gelegenheit abzuschalten. Und dann diese Landschaft! Dieses Wetter! Es war einfach Erholung pur. Als wir an einen kleinen Teich im Wald kamen, waren plötzlich alle ganz still.. Er strahlte eine Ruhe und Klarheit aus, die man einfach nur genießen wollte.
Nicht weniger hat mich ein verlassenes Häuschen ein paar Schritte zuvor begeistert. Am liebsten hätte ich den ganzen Tag auf der Wiese davor gesessen und den besten Blickwinkel für ein Foto gesucht.